Bulimie

Bulimie

Süßigkeiten lösen bei einer Bulimie häufig die Fressattacken aus.

Süßigkeiten lösen bei einer Bulimie häufig die Fressattacken aus.

Bulimie ist eng mit dem Abnehmen verknüpft, wenn der Wunsch nach einer schlanken Figur übertrieben und krankhaft wird.

Die Bulimei oder Bulimia nervosa oder Ess-Brechsucht und Bulimarexie beschreibt eine Erkrankung die durch einen übermäßigen Appetit gekennzeichnet ist und ist zusammen mit der Magersucht, der Esssucht und der Binge-Eating-Störung eine Essstörung. Dabei stammt das Wort Bulimie vom neulateinischen „bulimia“ und altgriechischen „bulimia“ ab also dem Heißhunger bzw. wörtlich Ochsen- oder Stierhunger. So wird das Syntom als Heißhunger und Hyperoxexie (altgriechisch Hyper, über und orexix, also Appetit) bezeichnet.

Seit 1980 gilt sie als eigenständiges Krankheitsbild.

Häufig wird die Krankheit nicht erkannt und es können schwere Essstörungen folgen. So ist die Bulimia nervosa eine psychosomatisch bedingte Essstörung. Es kommt zu wiederholtem, unkontrolliertem Heißhunger bzw. Essattacken auf die ein Erbrechen hervor gerufen wird mit Brechmitteln, Abführmitteln und selbstinduziertem Erbrechen.

Man spricht daher auch von einer Ess-Brech-Sucht. Häufig verheimlichen die Betroffenen ihr gestörtes Essverhalten anderen gegenüber. So können auch schwere gesundheitliche Schäden die Folge sein.

Außenstehende können sie, anders als bei anderen psychischen Esstörungen im Anfangsstadium kaum erkennen, da ein Übergewicht oder Untergewicht nicht zum Vorschein kommt.

Die Betroffenen haben in der Regel normales Gewicht und zeigen in der Öffentlichkeit ein normales Essverhalten und essen nur heimlich gestört.

Besonders typisch für die Erkrankungen ist das unkontrollierte Essen und das anschließend herbei geführte Erbrechen.

Die Fressattacken können hier einige Male pro Woche auftreten mit gut 10.000 Kalorien bei einer einzigen Fressattacke. Führt der Betroffene ein Erbrechen oder Abführen herbei spricht man vom „Purging-Typ“. Fehlt das Erbrechen so spricht man „Nicht-puring-Typ“.

Um nicht zuzunehmen wird dann in anderen Phasen gehungert und massiv Sport getrieben.

Auch ist es so, dass häufig eine Magersucht einer Bulimie vorausgeht. Die Bulimia nervosa ähnelt so der Anorexia nervosa in Vielem.

Kann man keine Körperschemastörungen oder kaum Auswirkungen auf das Körpergewicht erkennen so spricht man von einer atypischen Bulimia nervosa.

Beim Binge-Eating erfolgen auch Perioden von Essattacken, jedoch fehlt das Erbrechen und es kommt so folglich zu Übergewicht.

Die Symptome einer Bulimie

Erkrankte von Bulimie haben meist eine normale bis leicht untergewichtige Figur.

Erkrankte von Bulimie haben meist eine normale bis leicht untergewichtige Figur.

Typisch ist das wiederholte und unkontrollierte Essen und sich Übergeben. Häufig greift man zu fett- und kohlenhydratreicher Nahrung. Häufig werden Fressattacken durch Süßigkeiten ausgelöst.

Die Betroffenen haben dann Angst zuzunehmen und schämen sich für den Kontrollverlust und machen so die aufgenommen Kalorien rückgängig durch Erbrechen. Sie sind sogar sehr abhängig von der eigenen Figur für ihr Selbstwertgefühl. Fressattacken, Abführmittel, Erbrechen, Entwässerungsmittel und exzessiver Sport wechseln sich so ab.

Häufig kommt es zu Normal- oder leichtem Untergewicht. Auch Mangelerscheinungen machen sich durch das gestörte Essverhalten (fehlende Vitamine und Elektrolyte) sichtbar. Das Russell-Zeichen (Schwielen an den Fingern) können ein Frühwarnsignal sein. Diese bilden sich durch den Kontakt der Finger mit den Schneidezähnen und Eckzähnen beim selbstinduzierten Erbrechen, Finger in den Mund stecken.

So liegen häufig auch Zwänge, Ängste und andere psychische Störungen vor. Ebenso wie Depressionen, Selbstmordgedanken und Antriebslosikgeit.

Häufig sind Frauen in der Pubertät, durch ihr soziales Umfeld, anfällig für die Erkrankung. Es spielen viele Faktoren eine Rolle bei der Entstehung einer Bulimie, Psyche, Umfeld, biologische Faktoren, Selbstwertgefühl,  Unsicherheit mit dem eigenen Körper, der Wunsch nach einer schlanke und schönen Figur, Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper, der eigenen Attraktivität, familiäres Umfeld, Leistungsdruck, Mobbing etc. Die Veranlagung kann auch eine Rolle spielen.

Die Folgen einer Buimie

Zur Bulimie gehört der Wechsel zwischen unkontrolliertem Essen und Erbrechen, als Essbrech-Erkrankung.

Zur Bulimie gehört der Wechsel zwischen unkontrolliertem Essen und Erbrechen, als Essbrech-Erkrankung.

Auch der Zahnschmelz kann verloren gehen und sich Karies bilden, da durch das häufig Erbrechen viel Magensäure in den Mundraum kommt und diese angreift. Ebenso können die Speicheldrüsen sich entzünden und anschwellen. Ein weiteres Symptom ist der Trommelschlegefinger, eine Verdickung von Weichteilen in den Fingern und Zehen sowie Hamsterbacken die durch die Entzündung der Speicheldrüsen bedingt sind.

Weiterhin kann sich die Speiseröhre entzünden, Ösophagitis, die Bauchspeicheldrüse, Punkreatitis oder die Magenschleimhaut, eine Gastritis.

Denkbar sind auch Mageneinrisse und Magenerweiterungen, sowie Halsschmerzen und Heiserkeit.

Bei einer langen Erkrankung an einer Anorexia nervosa kann es zu Osteoporose kommen. Bei einer Bulimia nervosa eher nicht.

Die Anorexia nervosa kann auch den Hormonhaushalt verändern und bei Frauen zu Menstruationsstörungen führen. Ein Mangel an Elektrolyten und Kalium (Hypokaliämie) kann auch zu Schäden der Nieren und Herzrhythmusstörungen führen.

Der Missbrauch von Abführmitteln kann Durchfälle und Ödeme hervorrufen. Haarausfall und trockene Haut sind durch den veränderten Schilddrüsenhormonhaushalt auch möglich.

Bei 50 % der betroffenen kann es auch zu Hirnatrophie oder Pseudoatrophie kommen also einer morphologischen Veränderung des Gehirn sowie.

Auch kann es zu Alkoholmissbrauch und Missbrauch psychoaktiver Substanzen bei einer Bulimie kommen.

Die Erkrankung bleibt meist lange unbemerkt und die Betroffenen haben große Schuldgefühle und Angst vor Kontrollverlust.

Es bildet sich eine krankhafte Angst aus dick zu werden und man hat eine verzerrte Selbstwahrnehmung.

Entdeckt man im Freundeskreis oder der Familie Symptome oder Gebissabdrücke an den Händen und Fingern gilt es mit den Betroffenen behutsam ins Gespräch zu kommen und sich professionelle Hilfe zu nehmen.

Zu rund 90 % sind junge Frauen von Bulimie betroffen, rund 2 % der Menschen erkranken einmal im Leben an Bulimie.

Die Behandlung

Ein gesunder Umgang mit Lebensmittel muss von den Erkrankten erlernt werden.

Ein gesunder Umgang mit Lebensmittel muss von den Erkrankten erlernt werden.

Zur Behandlung gehört eine Änderung der Einstellung der Betroffenen. Sie müssen ihre Krankheit erkennen, akzeptieren und bekämpfen wollen mit einer Psychotherapie und Ernährungsumstellung.

Mangelerscheinungen und Untergewicht müssen ebenfalls behandelt werden.

Ein stationärer Aufenthalt kann nötig sein wenn es zu selbst schädigendem Verhalten kommt. Man sollte auch verschieden Therapieformen nutzen. Der Teufelskreis aus Heißhunger und Erbrechen muss durchbrochen werden. Auch die Familie sollte mit einbezogen werden.

Eine Ernährungsberatung und Stabilisierung der Gesundheit sind auch notwendig. Die Betroffenen achten sehr aufs Essen wissen häufig jedoch nicht wirklich worauf es bei einer gesunden Ernährung ankommt. Dieses Wissen muss ihnen vermittelt werden. Es können auch konkrete Essenspläne erstellt werden. Selbsthilfegruppen und Gruppentherapien sind auch empfehlenswert zur Behandlung der Bulimie und dem Austausch mit anderen Erkrankten und ihren Erfahrungen.

Bei Depressionen können auch Antidepressiva sinnvoll sein. So kann eine Therapie mit selektiven Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmern SSRI wie Fluoxetin den Erkrankten helfen.

Die Heilungsrate liegt bei 50 bis 75 % und somit recht hoch. Ergänzend zur Schulmedizin können auch Maßnahmen der Naturheilkunde, wie Akkupunktur, Schüssler-Salze, angewendet werden. Vor allem wenn die Symptome nur leicht ausgeprägt sind.

Meist können die im jugendlichen Alter auftretenden Erkrankungen bis zum Erwachsenenalter hin geheilt werden.

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